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Sicherheit beim Spielzeugbau!

Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt Spielzeug für meinen Sohn selber bauen soll. Zu groß war die Sorge, dass ich ihn durch einen Fehler beim Spielzeugbau schaden kann. Deshalb schreibe ich in diesem Beitrag über die Sicherheit beim Spielzeugbau.

Ich habe lange recherchiert und bin letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass eigenes Spielzeug, selbst für Babys und Kleinkinder, nicht gefährlich sein muss. Man muss halt auf ein paar wichtige Dinge achten und das Spielzeug vorher ausgiebig testen.

Dieser Beitrag geht auf die Sicherheit beim Spielzeugbau von Spielzeugen aller Altersklassen ein und gibt dir nützliche Tipps & Tricks.

Kriterien 0-3 Jahre

Baby HandDass die Kleinen zu Beginn alles in den Mund nehmen, ist ja bekannt und verständlich. So nehmen sie halt ihre Welt wahr. Doch wie lange geht diese Phase überhaupt?

Als frischer Papa kenne ich mich damit nicht aus. Daher habe ich im Internet recherchiert.

Offensichtlich kommt es gar nicht so selten vor, dass Kinder noch mit 5 Jahren an Dingen lecken und sie in den Mund stecken, um drauf genüsslich zu kauen.

Jedes Kind ist anders, daher ist eine pauschale Angabe hier nicht richtig. Du als Elter wirst ja vor dem Spielzeugbau einschätzen können, ob das Spielzeug auf jeden Fall schweiß- und speichelecht sein muss.

Somit muss das Holzspielzeug für 0 bis 3 Jährige folgende Kriterien erfüllen:

  • Es muss schweiß- und speichelecht sein
  • Muss groß genug sein, dass man es nicht verschlucken kann
  • Stabil muss es sein, damit es beim Kauen nicht zerbricht und verschluckt werden kann
  • Es soll möglichst natürlich sein

Ich persönlich würde aber immer, wenn möglich auf schweiß- und speichelechte Einsatzstoffe setzten. Sie sind kaum teurer und man ist auf der sicheren Seite.

Schweiß- und Speichelecht

Das bedeutet, dass sich durch den Speichel des Babys das äußere Bauteil in keiner Weise verändert. Für Kinderspielzeug gibt es die Normenreihe DIN EN-71, die sämtliche Risiken bei Kinderspielzeug durch Vorgaben ausschließt.

Außerdem gibt es da noch die DIN 53160-1 und -2 Norm, die eine Farbablässigkeit durch Speichel und Schweiß noch einmal im Speziellen untersuchen.

Alle Produkte, die mit dem Kinderspielzeug in Verbindung stehen müssen diese Normen ausnahmslos erfüllen.

Mitunter sind folgende Faktoren wichtig:

  • Die verarbeitete Farbe wird nicht verflüssigt
  • Lacke lösen sich nicht vom Bauteil ab
  • Die Normen stellen sicher, dass das Spielzeug nicht auf Mund, Schleimhäute oder Haut abfärbt

Was heißt das für dich?

Achte beim Bau des Kinderspielzeugs einfach darauf, dass du nur Lacke, Farben und Öle verwendest, die nach der DIN EN-71 und DIN 53160 geprüft wurden.

Vor dem Verschlucken schützen

Ein Kindermund kann sehr groß sein, wenn es darum geht, etwas hineinzubekommen. Unterschätze das niemals beim Bau von Kinderspielzeug.

Ich persönlich habe großen Respekt davor und baue kein Spielzeug, wo Verschluckungsgefahr besteht.

Man sagt ja ganz grob, dass man alles was kleiner als 3,5 cm ist wegräumen soll! Auch alles was rund ist, sollte nicht in die Nähe der Kleinen geraten. Gerade bei runden Gegenständen kann ein Verschlucken fatal enden. Z.B. soll man selbst Weintrauben halbieren, bevor man sie den Kindern gibt.

Ein wichtiger Tipp: Bevor du ein Spielzeug baust, Google danach! Du wirst bestimmt irgendetwas bauen, was es schon zu kaufen gibt. Dann kannst du nämlich nachlesen, für welches Alter ein Spielzeug für die Kleinen freigegeben wurde.

Die Industrie gibt übrigens für Gegenstände mit Verschluckungsgefahr eine Altersgrenze von 3 Jahren an. „Für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet!“

Außerdem lauern noch andere Gefahren beim Spielzeug: Durch Zerbrechen kann ein Bauteil plötzlich gefährlich klein werden. Daher baue das Spielzeug möglichst aus wenig Einzelteilen und befestige es so stabil es geht.

Wenn ein Bauteil aus mehreren Einzelstücken gefertigt werden muss, dann sorge dafür, dass die Einzelstücke nicht kleiner als 3,5cm groß sind.

Meine Regeln für mehr Sicherheit beim Spielzeugbau bis 3 Jahre

Aus den oben genannten Gründen habe ich mir selber folgende Regeln für mehr Sicherheit beim Spielzeugbau auferlegt, die ich ausnahmslos einhalten werde. Ich hoffe dadurch das Spielzeug für meinen Sohn sicher zu gestalten, ohne dass der Spielspaß zu kurz kommt:

  1. Vermeide Lasuren, Öle und Lacke, wenn sie nicht unbedingt benötigt werden
  2. Verwende ausschließlich DIN EN-71 und DIN 53160 zertifizierte Anstriche, wenn nötig
  3. Bauteile wenn möglich aus einem Stück fertigen
  4. Einzelstücke von mehrteiligem Spielzeug müssen minimal 3,5 cm groß sein
  5. Ausschließliche Verwendung von Hartholz

Hartholz ist allgemein stabiler und sorgt an sich schon für eine Grundstabilität. Weichholz kann unter Umständen schneller brechen.

Kriterien ab 3 Jahre

Kleinkind mit HutKinder, die älter als 3 Jahre sind, haben ihr Verhalten beim Spielen inzwischen geändert. Sie nehmen Gegenstände selten bis gar nicht mehr in den Mund, testen aber immer mehr die eigenen und die Grenzen anderer aus.

Dazu gehört auch das Spielzeug!

Jetzt ist es besonders wichtig, dass das Spielzeug stabil und für die Kinder ausgelegt ist.

In diesem Alter baut man häufig keine kleinen Holzpuzzle oder Holzautos mehr. Jetzt kommen die großen Bauten aus der Werkstatt.

Ob es das selbstgebaute Kinderauto oder der Kletterturm im Garten ist. Kinder werden zwangsläufig folgende Aktivitäten ausprobieren und du musst die Bauteile dafür auslegen:

  • Sie springen und stampfen
  • Kinder rütteln, reißen und drücken
  • Sie hauen Gegenstände gegeneinander
  • Ihr anfängliches Gewicht wird schnell steigen, somit erhöht sich auch die Last sehr schnell

Plane die Konstruktion so, dass das Spielzeug keinesfalls nachgibt, auch wenn die Kleinen das Bauteil noch so stark belasten.

Meine Regeln für mehr Sicherheit beim Spielzeugbau ab 3 Jahre

Allgemein hat man bei steigendem Alter ein eher reduziertes Verschluckungsrisiko, wobei ich das auf jeden Fall individuell bewerten würde. Es kommt einfach darauf an, wie sich dein Kind verhält.

Übrigens: Wenn es Geschwisterchen gibt, dann besteht auch bei diesem Spielzeug die Gefahr, dass das U3 Kind plötzlich damit spielt. Somit muss hier wieder besonders auf die o.g. Punkte Rücksicht genommen werden.

Prinzipiell gilt aber für mich:

  1. Vermeide Lasuren, Öle und Lacke, wenn sie nicht unbedingt benötigt werden
  2. Verwende ausschließlich DIN EN-71 und DIN 53160 zertifizierte Anstriche, wenn nötig
  3. Stabile Konstruktionen
  4. Muss Papa-Test standhalten

Auch wenn das Spielzeug für die Kleinen gebaut wurde, sollte es von uns getestet werden. Wenn ich sicher sein kann, dass das Spielzeug mich als Papa hält oder ich es nicht beschädigen kann, dann würde ich es meinen Kindern überlassen.

Die Tests sehen dann natürlich ganz individuell aus, je nach Spielzeug eben.

Verletzungen vermeiden

Oben stehen ja schon einige Infos zu den Risiken beim Spielzeugbau. Gesondert möchte ich allerdings das Verletzungsrisiko in diesem Absatz behandeln.

Es ist auf jeden Fall superwichtig, dass alle Bauteile gründlich geschliffen werden. Die Oberfläche muss so glatt sein, wie der Po des Kindes, welches das Spielzeug verwendet 😉

Kleine Unebenheiten können beim Fall oder beim Anecken aufreißen und zu einem Span führen.

Außerdem müssen natürlich alle Kanten abgerundet und Löcher entgratet werden. Fühle mit der Hand über das Bauteil. Spürst du eine etwas schärfere Kante, schleife oder fräse diese sofort ab.

Allgemein würde ich folgendes behaupten: Die Liebe, die du beim Möbelbau in die Funktion und in das Aussehen steckst, ist beim Spielzeugbau die Haptik des Bauteils.

Mit anderen Worten: Stecke mehr Aufwand in die Bauteilbearbeitung als in das Design des Spielzeugs. Die Kleinen werden es dir danken.

  • Alle Kanten abrunden (Abrundfräser leisten gute Arbeit)
  • Ecken abflachen
  • Löcher vernünftig entgraten
  • Alles gründlich schleifen

Wartung des Spielzeugs

Das Thema schneide ich jetzt nur kurz an, da ich es ein anderes Mal ausführlicher behandeln werde. Trotzdem gehört es natürlich auch zur Sicherheit beim Spielzeugbau dazu.

Fertiges Spielzeug, egal ob selbstgebaut oder gekauft, solltest du regelmäßig überprüfen. Das heißt konkret:

  • Kontrolliere alle Kanten und Löcher auf Ausrisse oder mögliche Splitterung
  • Hat sich irgendwo die Farbe auch nur leicht abgelöst?
  • Gibt es sichtbare Risse, welche die Stabilität gefährden können?

Gerade beim Bau von Außen-Spielzeug kann die Witterung in kurzer Zeit das Bauteil so beeinträchtigen, dass es die nötige Stabilität verliert und für die Kleinen plötzlich gefährlich wird.

In solchen Fällen tausche das Spielzeug am besten aus, oder versuche es zu reparieren.

Fazit

Sicher mag dieses Thema nicht gerade angenehm sein, gerade wenn man voller Euphorie das erste Spielzeug bauen will und über diesen Beitrag stolpert.

Hab keine Angst davor sondern nur Respekt!

Wenn du alle Punkte berücksichtigst und du das Spielzeug selber ausführlich testest, dann minimierst du das Risiko für dein Kind und hast am Ende ein super Gefühl!

Das eigene Spielzeug zu bauen ist einfach eine tolle Erfahrung, die dir keiner mehr nehmen kann!

Dieser Blog ist ganz neu. Wenn du dich erstmal dafür interessierst wer ich eigentlich bin, dann lese doch einfach mal mein Über mich.

 

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal

Tobi

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